Bernard Ammerer │ You Choose | 24.06.2011 │ Berlin

 


 

Berlin Art Projects freut sich sehr, Sie zur Eröffnung der Einzelausstellung von Bernard Ammerer am Freitag, 24. Juni, 19 – 21 Uhr einzuladen. Unter dem Titel „Bernard Ammerer – You Choose“ zeigt die Galerie Leinwandarbeiten des österreichischen Künstlers in Berlin.

Auf den ersten Blick sind es Szenen des Alltäglichen, welche die Arbeiten von Bernard Ammerer bestimmen; undefinierte, teils nur durch geometrische Formen angedeutete Stadtlandschaften, die von meist jungen Leuten bevölkert sind. Schon auf den zweiten Blick tritt der Schauplatz in den Hintergrund und die Figuren werden zu meist isoliert agierenden Protagonisten.

Der Künstler konstruiert seine Bildsituationen nach einem bestimmten Muster. Die häufig surreal wirkenden Szenarien enthalten immer zwei Module, die Figur und den Raum, die selten in einem unmittelbaren Zusammenhang zueinander stehen. Das Umfeld der Figuren wirkt unbestimmt, frei, um gefüllt und gestaltet zu werden. Bindeglied zwischen Figur und räumlicher Umgebung ist häufig die Sprache. Bewusst vom Künstler eingesetzt, geben Worte wie „Person“ und „Identity“ Hinweise auf die tiefere Bedeutung der Arbeiten. Der Begriff „Person“ bezeichnet im philosophischen Sinne das Wesen des Menschseins vor dem Hintergrund des abendländischen Denkhorizonts. Als Person handeln wir in der Regel innerhalb einer Gesellschaft, haben gewisse Freiheiten und stehen zugleich in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und die Relevanz unseres Tuns zu überblicken.

Identity/Identität kennzeichnet den Menschen als Individuum, das sich von anderen in seiner Persönlichkeit unterscheidet. Dieser ist jedoch nicht rollenlos und wird stets im unterschiedlichen Maße durch gesellschaftliche Normen und Regeln sowie von Erwartungen anderer beeinflusst.

In seinen Bildwelten hinterfragt Ammerer die Rollen des Menschen, seine soziale Position in der Gesellschaft – wie (willens-) frei kann das Individuum handeln, wo beginnt das Handeln in Kompromissen, beeinflusst von den Erwartungen anderer? YOU CHOOSE – Du hast die Wahl! scheint uns der Künstler zuzurufen. Neben allen gesellschaftlichen Normen und Verhaltensregeln gibt es Leerstellen, Freiräume und Handlungsspielraum. Jedem einzelnen von uns obliegt es, inwieweit wir diese nutzen und ausfüllen.

 

Bilder der Eröffnung:












 

 

Yaşam Şaşmazer | Skulpturen | 17.05. – 05.06.2011 | Kunstverein Elmshorn

 

 

 

 

Nina Backman │ Living Room | 09.09.2011 │ Berlin

Berlin Art Projects is pleased to announce the opening of a solo exhibition by Nina Backman on Friday, the 9 September from 7 p.m. to 9 p.m. Entitled 'Living Room', the gallery exhibition will feature work by the Finish artist in Berlin.

Living Room - A chandelier, a weathered chair, delicate paper collages and bombarded work on canvas transform the exhibition space into a domestic interior, a room bearing the traces of life. Who lives here and what does the furniture have say about its residents?

The centerpiece of the exhibition is a glittering chandelier – an elaborate light that we might know from our own living rooms. What makes this sculpture special is its material: sugar and 5000 hand-crafted sugar crystals carefully arranged by the artist. In titling it 'Sweet little lies', Backman gives the viewer some indication of the meaning behind it. There is a fragility and a vulnerability in every beauty. How do we live or how do we want to live? To what values do we follow? The work raises questions as to what degree Backman's work is a search for clues at all; it asks questions rather than provide answers and gives us models to live by.

A wooden chair, positioned in the middle of the room, is an invitation to visitors to linger, to stay and sit for awhile. The chair, including its 'Title' 'Help me, I'm God!' is a found artifact from the streets of Berlin. The transformation of existing materials into a work of art was for artist Marcel Duchamp a factor crucial to artistic creation. Backman urges us to reflect upon – as well as freely associate and complete the work with our own thoughts as to what it could mean. The artist alludes to issues of identity and multiculturalism and point to some of the artist's central concerns.

'He loves me, he loves me not' - a marguerita shot with a shotgun - the title of the work is as at the same time her description: Backman had the canvas and therefore also the flower petals shot through with a gun, hinting at the ambivalence between beauty and fragility, not only within the piece but also in our own lives. Completing the exhibition concept is a selection of paper collages: In 'From crisis to creativity' or 'How much joy can you stand?', the artist reflects on beauty and transience, hopes and fears as well as technical progress and the environmental movement of our times. Ever present are art-historical references, such as that to the notion of vanitas, for instance.

Backman, who works in the margin between stage design, installation and performance, confronts the viewer with the problems of mankind. Her work asks about life concepts, identities and values. With Living Room, she presents a poetic and aesthetic body of artworks accessible to every viewer.


NINA BACKMAN was born in Helsinki in 1971 and originally studied Theatre Design at the Liverpool Institute of Performing Arts in the UK. She received a B.A. Honours. The artist has participated in national and international exhibitions and has worked on many films. Nina Backman lives and works in Berlin.

 

ARTIST TALK │ NINA BACKMAN: LIVING ROOM

MITTWOCH │ 26. OKT 2011 │ 18.00 UHR

 

 

Sebastian Neeb I History Eraser Button I 17.11.2011 | Berlin

Berlin Art Projects freut sich, Sie zur Eröffnung der Einzelausstellung von Sebastian Neeb am Donnerstag, den 17. November, von 19 – 21 Uhr einzuladen. Unter dem Titel History Eraser Button zeigt die Galerie die Werke des Berliner Künstlers.

Großformatige Leinwandarbeiten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, ergänzt um kleinere Kabinettstücke auf Holz und Fotografien. Sebastian Neeb malt, fotografiert und baut Objekte; material und farbgewaltig und in einem Detailreichtum, den das Auge unmöglich auf den ersten Blick erfassen kann. Die Werke bedingen einander. Sie erzählen Geschichten, die uns zunächst vertraut erscheinen, doch schon auf den zweiten Blick weicht das Vertraute dem Rätselhaften, dem Fantastischen und beinahe Abgründigen. Was geschieht auf Neebs Gemälden?

Unterschiedlichste Figuren, Menschen, Tiere, Wesen aus Fantasiewelten drängen sich auf engsten, meist begrenztem Raum. Wer sind diese Wesen? Helden? Antihelden? Kinder sitzen zusammengekauert in einer vermüllten Wohnung („Die ungezogenen Kinder“, 2011). Eine schon reichlich derangierte trunkene Meute bevölkert einen hölzernen Verschlag („Die Gerechten“, 2011). In einem anderen Verschlag beobachtet eine alte Frau zwei kämpfende Hunde, während sich der Raum mit Rauch füllt („Es zieht Rauch herein“, 2011). Was auf diesen Gemälden tatsächlich geschieht bleibt Spekulation, doch man ahnt nichts Gutes.

Der Maluntergrund der kleinformatigen Kabinettstücke ist Holz, das genuin in die Szenerien einfließt. In diesen tritt der Künstler vereinzelt selbst in Erscheinung. Berühmte Motive der Kunstgeschichte wie Rembrandts „Andromeda“ zitierend, meisterhaft, zersägt er sie gleich darauf wieder („Andromeda vor Ketos gerettet“, 2011). Tragisch-dramatische Momente werden ironisch überspielt („Neue Nasen für die Malerei“, 2011). Der Künstler betätigt sich als „Retter“, wobei ungewiss bleibt, wer oder was der Rettung bedarf.

Den Gemälden gegenüber stehen Fotografien aus Neebs privatem Umfeld und bieten einen Abgleich mit seiner eigenen Realität. Sie ergänzen und bedingen seine Malerei, sind eine Art Spurensuche zu den gewaltig exzessiven Figuren- und Farbschlachten. Unter dem übergeordneten Titel „Woods“ zeigen sie Miniaturereignisse, Beziehungen und Entwicklungen eines ihn unmittelbar umgebenden Personenkreises.

Sebastian Neeb untersucht in seinen Arbeiten immer wieder die Banalitäten und Abgründe, das Glück und das Scheitern im menschlichen Miteinander. Die tragikomischen Bildwirklichkeiten, die dadurch entstehen, lassen sich weder zeitlich noch räumlich einordnen. Geschichte(n) werden ebenso inszeniert und bewahrt wie selbst Erlebtes.

SEBASTIAN NEEB | Studium der Freien Kunst an der UdK Berlin u.a. bei Daniel Richter, Anselm Reyle und Robert Lucander|2009 Meisterschüler bei Daniel Richter und Robert Lucander | Präsentation seiner Arbeiten in Gruppenausstellungen u.a. in Berlin, Kassel, Dusseldorf und Leipzig | LAUFENDE AUSSTELLUNGEN | Centro de Desarrollo de las Artes Visuales Habana auf Kuba 25. NOV -16. DEZ | Design Miami Basel / Florida, USA 30. NOV - 4. DEZ | lebt und arbeitet in Berlin